Cousolre
Wie alles begann
Der Tag, an dem die Freundschaft zwischen Freienohl und Cousolre begann, ist bis heute vielen unvergessen:Es war an einem Samstag im Jahre 1966. Deutschland hatte gerade gegen England das Fußball-WM- Endspiel 4:2 verloren mit dem bis heute umstrittenen Wembley-Tor.
An diesem Nachmittag klingelte es an der Tür der Dienstwohnung von Amtsdirektor Josef Pütz. Als er öffnete, stand vor ihm eine Delegation aus Cousolre mit Bürgermeister Jean Ghislain an der Spitze, die vom Departement Du-Nord geschickt worden war, um im Bereich Südwestfalen nach einer Patenstadt Ausschau zu halten. Amtsdirektor Josef Pütz zeigte den Besuchern „sein“ Freienohl von der schönsten Seite.
War es der Küppelturm oder das gemütliche Bierchen in der „Hölle“, das die französischen Gäste (die zuvor auch Lendringsen, Oeventrop und Grevenstein besucht hatten) am meisten für die kleine Ruhrgemeinde einnahmen? Jedenfalls entschied man sich in Cousolre schon wenig später: „Für uns kommt nur Freienohl in Frage. Der erste Bus aus Freienohl machte sich mit einer 20-köpfigen Delegation auf die elfstündige Fahrt nach Nordfrankreich.
Es folgten viele Besuche hüben und drüben. Wann die Idee zu einer offiziellen Partnerschaft entstand, weiß heute niemand mehr so genau. Zum Schützenfest 1967 kamen die ersten Franzosen an die Ruhr: 50 Kinder und 60 Erwachsene feierten beim Freienohler Traditionsfest zünftig mit. Wenige Wochen später, am 27. Juli, reisten 40 Jugendliche mit ihren Betreuern zu einem Gegenbesuch in ein Zeltlager nach Cousolre. Ostern 1968 verbrüderten sich die Musikvereine.
Offizielle Begründung der Städtepartnerschaft
Ostern 1974 (13. April) wurde im Amtshaus Freienohl in einer Sondersitzung des Rates die Urkunde der Städtepartnerschaft zwischen der Freiheit Freienohl und der Stadt Cousolre (Nord) unterzeichnet.
Zur Schnade 1974 – der letzten eigenständigen vor der kommunalen Neuordnung – kamen viele Franzosen nach Freienohl. Am 5. Oktober 1975 erklärte sich die Stadt Meschede als Rechtsnachfolgerin der vormals selbständigen Gemeinde Freienohl in einem Festakt im Mescheder Rathaus bereit, die Partnerschaft zu übernehmen.
Partnerschaftskomitee
Organisatorisch blieb die Partnerschaft auch nach der kommunalen Neugliederung bei Freienohl. Vom Beginn an wurde für die Pflege der Partnerschaft ein zehnköpfiges Gremium bestimmt, welches sich aus interessierten Bürgern und Mitgliedern des Bezirksausschusses Freienohl zusammensetzt.
Die derzeitigen Mitglieder des Partnerschaftskomitees:
- Kuno Humpert, 1.Vorsitzender
- Gerd Demmel, stellv. Vorsitzender
- Rosi Lipke, Kassiererin
- Silke Pöttgen, Schriftführerin
- Herbert Goffin
- Angelika Klasmeier
- Michael Loof
- Benedikt Risse
- Manfred Schröer
- Udo Steinke
- Monika Tschepel
- Christoph Weber
Zusätzlich zu den stimmberechtigten Mitgliedern gibt es weitere kooperierende Mitglieder, die sich aktiv in die Partnerschaft einbringen. Dies sind momentan:
- Carlo Düring
- Felix Humpert
- Petra Klasmeier
- Andreas Martin
- Volker Wortmann
Bei Fragen zur Partnerschaft wenden Sie sich bitte an
- Kuno Humpert Tel. 02903/1383, khumpert@me.com
- oder Silke Pöttgen, Stadtverwaltung Meschede, Tel. 0291/205-165, silke.poettgen@meschede.de
Ganz wesentlich aber trugen und tragen die Vereine dazu bei, dass die Partnerschaft zwischen Meschede-Freienohl und Cousolre bis auf den heutigen Tag lebendig geblieben ist. Ebenso wie die unzähligen Familien, die im Laufe der Jahrzehnte im Rahmen der Jugendaustausche enge Verbindungen zwischen Freienohl und Cousolre geknüpft haben.
Jugendaustausch 2010
Im Juli 2010 waren 15 Kinder und Jugendliche sowie ihre Betreuer/innen aus Cousolre in Freienohl und Meschede zu Gast. Ein buntes Rahmenprogramm, welches zuvor vom Partnerschaftskomitee ausgearbeitet wurde, machte den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Da die Gäste die wohl heißeste Zeit des Jahres für Ihren Besuch erwischt hatten, waren sie besonders für die tägliche Abkühlung im Wofi-Bad dankbar.
Etwas über Cousolre
Cousolre ist ein anheimelndes Städtchen – etwa von der Größe Freienohls - an der französisch-belgischen Grenze am Rande der Ardennen. Es gehört verwaltungsmäßig zum Departement Nord, Arrondissement Avesnes und Kanton Solre-le-Chateau. Die Täler der Thurd und der Hantes, Nebenflüsse der Sambrc, sind besonders reizvoll. Mit ihren Gewässern bieten sie in Verbindung mit einigen Seen hervorragende Angelmöglichkeiten.
Schon zur Zeit des Römischen Reiches besiedelt (Name Curtisola = ein alleinstehender großer Bauernhof), führte die bedeutende Römische Heerstraße nach Trier an dem Ort vorbei.
Im 7. Jahrhundert bewohnten Walbert IV. und seine Frau Bertille ein Schloss auf dem Gebiet Cousolres. Die Heiligsprechung seiner Töchter Aldegunis (Aldegonde) und Waltrudis (Waudru), welche die Klöster in Maubeuge bzw. Mons gründeten und deren erste Äbtissinnen waren, führte dazu, dass der Ort zur christlichen Pilgerstätte wurde, an der nachweislich sogar Karl der Große gebetet hat. Walbert hatte bereits im siebten Jahrhundert eine Kirche (Notre Dame) in Cousolre erbauen lassen, allerdings überstand diese die Kriege und Verwüstungen im Mittelalter nicht, denen Cousolre aufgrund seiner grenznahen Lage besonders ausgeliefert war. Um 1501 wurde die dem Heiligen Martin geweihte Kirche errichtet. Hier fanden die Reliquien des hl. Walbert ihre letzte Ruhestätte.
In der „Cour Ste Aldegonde“ befinden sich noch Häuser aus dem 18. Jahrhundert. Früher ansässige Industrien und Gewerbe: Marmorbruch, Eisenwerke, Steinkohle und eine Brauerei. Cousolre galt als die „Hauptstadt des Marmors“. Dies spiegelt sich in vielen Häusern und Wohnungen wieder, die häufig mit kunstvoll gestalteten Kaminen, Büsten etc. ausgestattet sind. Nachdem der Steinkohleabbau bereits vor langer Zeit eingestellt wurde, kam als neues Gewerbe die Spiegelherstellung hinzu.
Informationen über Cousolre finden Sie hier:
- http://www.tourisme.fr/office-de-tourisme/cousolre.htm (externer Link)
