Das Rittergut Remblinghausen


Auf einer Höhe, oberhalb des Kirchdorfes liegt der Hof und Stammsitz der Ritterfamilie von Remelinchusen. Ein mächtiges Walmdach erhebt sich über dem alten Herrenhaus, dessen Eingang mit den Wappenbildern früherer Bewohner geschmückt ist.

Dieser Hof umfasste als Haupthof des Stiftes Meschede eine Reihe kleinerer Güter in- und außerhalb Remblinghausens, ja sogar bei Winterberg. Teile (Berghof) waren auch Lehen des Klosters Grafschaft. Der Hof wurde schon früh zu einem Rittergut, sei es, dass die Schulten in den Adelsstand aufrückten oder eine Adelsfamilie den Besitz erwarb, und blieb daher von den Landessteuern ausgenommen.

Erscheint Sifridus als erster Namensträger, so ist der Name Gerwin von Remelinchusen seit 1280 in vielen Urkunden dieser Zeit enthalten. 1481 wird Joh. Rump von Varenbert (Valbert) - Schwiegersohn des Albert von Remelinchusen - vom Mescheder Stiftspropst mit dem Gut belehnt. Mit Wilhelm von Remelinchusen, Richter zu Reiste (1543 und 1586 belehnt) verschwindet der Name.

Im adeligen Haus Remblinghausen lebte Johann Rump bis etwa 1508. Auf ihn folgte der Knappe Diederich Westphalen, der 1519 belehnt wurde. Diederich trug ferner vom Kloster Grafschaft den sogenannten Berghof im Dorfe zu Lehen. Dieser Hof war später im Besitz derer von Stockhausen und ist heute in eine Reihe von Hausstätten aufgeteilt.

 

Cracht Westphalen, Diederichs ältester Sohn, folgte seinem Vater und wurde 1543 und 1555 belehnt. Seine Tochter Anna, die Tonies Schade zu Mühlsborn heiratete, wurde 1572 als Witwe zusammen mit ihrer Tochter Margarethe belehnt. Als nächster Besitzer erscheint Johann Westphalen, der das adelige Haus von der Witwe Schade gekauft hatte, und wird 1587 belehnt. Er verkaufte den Hof aber bereits 1593 an Jost Gaugreben, der 1595 und 1603 die Belehnung vom Stiftspropst erhielt. Dessen Nachfolger war anscheinend ein Lubbert Westphalen zu Unna und Remblinghausen, der vermutlich infolge der Kriegseinwirkungen (30jähriger Krieg) besonders 1629 größere Teile der Besitzungen verpfändete und veräußerte.

Vor 1640 gelangte nun das adelige Haus und Gut durch Kauf an die Herren von Cloidt, die den Besitz mehr als 200 Jahre behaupten konnten. Als erster wurde der Stiftsvogt Dr. Wilhelm Dietherich Cloidt 1642, 1648 und 1669 belehnt. Auf diesen folgten Anton Dietherich von Cloidt (+1722), Stephan Caspar Wilhelm von Cloidt, Caspar Albert von Cloidt (+ ca. 1755), Caspar von Cloidt (+1800).

Unter Theodor von Cloidt wurde 1810 die Lehenseigenschaft des adeligen Hauses durch Zahlung von 61 Talern beendet und das Gut in ein freies Eigentum verwandelt. Aber es war bereits ein großer Teil der Grundstücke an andere Besitzer zersplittert. So hatte auch dieser große Hof, an den noch die Ortsbezeichnung erinnert, aufgehört zu bestehen. Die adelige Familie ging in ihren wirtschaftlichen Verhältnissen immer mehr zurück und musste schließlich 1852 das Gut - den Berghof - an den Gemeindevorsteher Bauerdick, den Besitzer des Schultenhofes Wulstern, verkaufen.

Aus dem Rittersitz war wieder - wie in längst vergangenen Zeiten - ein Bauernhof geworden.