die Geschichte der Gemeinde St. Jakobus und ihrer Kirche ...


Mit der Missionierung durch angelsächsische Mönche hielt das Christentum seinen Einzug im heutigen Westfalen, also auch im Sauerland. In der um 780 vom Frankenkönig Karl dem Großen erlassenen "Capitulatio de partibus Saxoniae" war die unverzügliche Annahme des christlichen Glaubens unter Androhung drakonischer Strafen angeordnet worden, und von Köln aus, das im Jahre 795 Erzbistum wurde, begann im wesentlichen die schwierige Missionsarbeit in ausgedehnten Pfarreien, die etwa die Größe von Landkreisen nach dem zweiten Weltkrieg hatten.

Nach den Darlegungen A. Hömbergs über das mittelalterliche Pfarrsystem, umfasste das kölnische Westfalen im 9. Jahrhundert 12 von ihm so bezeichnete "Urpfarreien", zu denen er u. a. Wormbach, Velmede, Menden und Attendorn rechnete. Um die Mitte des 11. Jahrhunderts entstanden aufgrund der Reformtätigkeit der Kölner Erzbischöfe die großen Landdekanate. Das Sauerland lag im Bereich der "Decania Angriae", aus der später durch Teilung die beiden Dekanate Meschede und Wormbach hervorgingen. Den Grund für diese Trennung hat man in jener Urkunde aus dem Jahre 1101 zu sehen, in der Erzbischof Friedrich I. (1100 - 1131) von Köln dem Stift Meschede den Besitz der ihm durch Erzbischof Anno (1056 - 1075) verliehenen Decania Angriae bestätigte, nachdem dem Stift dieselbe zur Zeit des Erzbischofs Hermann III. (1089 - 1099) von dritter Seite unrechtmäßig entzogen worden war. Der Gegner des Stifts Meschede war offenbar das durch Erzbischof Anno gegründete Kloster Grafschaft, dessen Streubesitz noch Anfang des 19. Jahrhunderts bis in die Gemeinde Remblinghausen reichte.

Das "Liber valoris", ein Zinsbuch der Kölner Kirche aus der Zeit um 1300, nennt etwa 190 Pfarreien im kölnischen Westfalen, darunter auch Remblinghausen mit seinem Kirchenpatron St. Jacobus maior. Remblinghausen lag ursprünglich also offenbar im Bereich der Urpfarrei Velmede - (Meschede war keine Urpfarrei) - aus der sich die Pfarreien Brilon, Bigge und Calle, fernerhin auch Eversberg und das Landkirchspiel Meschede abgezweigt hatten.

 

Die erste urkundliche Nachricht darüber, dass es in Remblinghausen einen Geistlichen und sicherlich auch ein Gotteshaus gegeben hat, liegt aus dem Jahre 1259 vor: Der Pleban, d. h. Landpfarrer "Ecbertus in Remelinchusen" , tritt zusammen mit seinen Amtsbrüdern aus Calle und Meschede als Zeuge auf für den Grafen von Arnsberg, wenig später, 1263, gleich noch einmal, jetzt gemeinsam mit den Pastores aus Eslohe, Reiste, Calle und Meschede, als die Äbtissin des Stifts Meschede gegenüber dem Grafen von Arnsberg auf ihre Ansprüche verzichtet an dem Grund und Boden von Burg und Stadt Eversberg.

Es ist nicht zu verkennen, dass der regionale Vorrang des Stifts Meschede schon bald bedeutend an Einfluss auch in Remblinghausen gewonnen hat. Seit dem Mittelalter ist die Geschichte des ganzen Kirchspiels eng mit diesem Damen- bzw. Kanonikerstift verknüpft gewesen. Nach der Auflösung des adeligen Damenstifts in Meschede im Jahre 1306 und seiner Umwandlung in ein Kollegiatstift von 15 Kanonikern, blieb eine kirchenrechtliche Institution unangetastet: Erzbischof Heinrich II. von Köln verbriefte der Mescheder Kirche am 19. August 1319 ausdrücklich das Präsentationsrecht für die Pfarrei Remblinghausen. Dies bedeutete, dass der Kantor des Stifts Meschede dem zuständigen Archidiakon eine geeignete Person vorschlagen konnte, mit der die Stelle des Pastors bei Vakanz zu besetzen war.

Das Mescheder Kapitel hatte jahrhundertelang das Recht, die Stelle des Pfarrers in Remblinghausen zu besetzen. Dieses Präsentationsrecht blieb bis zur Säkularisation (1805) erhalten. Nach der Aufhebung des Stifts Meschede war der letzte Propst, Johann Nepomuk Graff, bis zu seinem Tode 1821 Pastor von Remblinghausen und Landdechant der Mescheder Christen. Die begründete Annahme, anfangs seien Mescheder Kanoniker Pfarrer in Remblinghausen gewesen, lässt den Blick auf das Pfarrgut richten.

Allein im Kirchdorf schreibt das Arnsberger Lagerbuch bei nicht weniger als dreizehn Besitzungen, "sein Kotte ist des Pastors zu Remblinghausen Pachtgut". Damit gehörten zeitweise wenigstens zwei Drittel aller Besitzungen im Bereich der Gemeinde Remblinghausen direkt oder mittelbar in die Einflußsphäre des Stifts Meschede, so dass man der Feststellung Hömbergs durchaus beipflichten kann, die Kirche in Remblinghausen sei eine Gründung des Stifts Meschede, das an diesem Ort einen Haupthof besaß, der durch Verlehnung im Spätmittelalter zum Rittergut wurde.

In Remblinghausen existierte seit dem 15. Jahrhundert auch mindestens eine Vikarie. Der Name des ersten urkundlich fassbaren Vikars lautet Peter Glorick und er stammte wahrscheinlich aus Schederberge. Die erzbischöflichen Kommissare haben 1587 die St. Johannes-Vikarie zu Remblinghausen mit der Stelle des Pfarrers zusammengeschlossen; aber im Jahre 1733 konnte man in Remblinghausen aufgrund einer Stiftung des kurfürstlichen Schöffen Caspar Sartorius eine neue Vikarie gründen, die mit hinreichenden Einkünften ausgestattet war. An die längst nicht mehr bestehende Vikarie St. Johannes der Täufer erinnert noch heute in der Pfarrkirche die Figur dieses Heiligen (rechter Seitenaltar).

 

Pfarrkirche St. Jakobus

In Urkunden des 13. Jahrhunderts stellt Remblinghausen schon einen selbständigen Pfarrbezirk dar, und immer war hier Jakobus d. Ä. Kirchenpatron. Eine kostbare Figur dieses Heiligen aus dem frühen 15. Jahrhundert befindet sich in der Pfarrkirche. Mit Stab und Pilgertasche ist St. Jakobus auch über drei goldenen Ähren im Wappen der Gemeinde dargestellt.

Um die spätbarocke Pfarrkirche - Jahrhundertelang bis auf den heutigen Tag Mittelpunkt der Gemeinde - schart sich der alte Ortskern Remblinghausen. Die Reihe der namentlich und mit biographischen Daten bekannten Pfarrer von Remblinghausen, hat mit Pfarrer Adam die Zahl 35 erreicht.

Pfarrer Petrus Hoffius
Ein Blick in die alten Protokolle von 1618 erzählt uns, dass der damalige Pfarrer von Remblinghausen, der würdige und wohlgelehrte Pastor Petrus Hoffius, bei dem kurfürstlichen Richter zu Werl zu verstehen gab, dass der Kirchturm an Dach, Mauern und Holzwerk "sehr mangelhaft und baufällig" sei. Er bat nun um Erlaubnis, das alte Blei vom Dach des Turmes abnehmen und verkaufen zu dürfen, um aus dem Erlös ein neues Schieferdach zu beschaffen und die Bauschäden zu beseitigen. Die Maßnahme wurde genehmigt, jedoch nicht, ohne den Pfarrkindern eine Kontribution aufzuerlegen. Das Blei wurde für 100 Rthl. verkauft.

Pfarrer Wilhelm Theodor Stratmann (*1706/1739 - 1757)
Der Bau der neuen Kirche wurde durch den in Löllinghausen geborenen Pastor Wilhelm Theodor Stratmann im Jahre 1753 begonnen, weil die alte Kirche für die steigende Zahl der Gläubigen, wie die Visitationsprotokolle aus dem 18. Jahrhundert berichten, viel zu eng geworden war. Die Genehmigung zum Abbruch und Neubau erteilte der Kölner Generalvikar am 9. August 1754 [Jahreszahl am Kirchenportal]. Pfarrer Wilhelm Theodor Stratmann konnte noch nicht den Baufonds des Erzbistums anzapfen. Die Kirchenkasse, damals von erbärmlichem Volumen, ferner durch Gesetz geregelte Zahlungen der Gemeinde, vor allem aber die Spenden aus der Gemeinde waren die einzigen Geldquellen. Bei den kölnischen Visitationen von 1739 klagte der damalige Pastor, die Kirche sei für die ihm anvertrauten 93 Familien der Gemeinde viel zu eng, außerdem sehr feucht und im ganzen unbrauchbar. Aber Pastor Stratmann starb noch vor Vollendung des Baues und ohne die spätbarocke Innenausstattung gesehen zu haben im Alter von 51 Jahren. Sein Name ist in einer lateinischen Inschrift über dem Portal der Kirche verewigt. Die letzte Ruhestätte fand er im Schiff der Kirche vor dem rechten Seitenaltar. Bei der Anlage der neuen Heizung wurde nach Mitteilung des Chronisten Gottfried Kortenkamp sein Grab wiederentdeckt.

Pastor Joh. Antonius Kühn (1757 - 1784)
hat die Weihe des Gotteshauses im Kirchenbuch vermerkt. Die Weihe des neuen Gotteshauses wurde 1764 durch Abt Ludwig Leine aus dem Kloster Arnsberg Wedinghausen vorgenommen. Die Inneneinrichtung, insbesondere den Hochaltar und die Seitenaltäre, hat der aus Paderborn stammende Bildhauer Joseph Stratmann in den Jahren 1767/69 geschaffen. "Ersatzkirche" war die Kapelle auf der Sägemühle. Bei Grabungen für die Heizung trat die Vergangenheit sichtbar zutage. Die Grundmauern der früheren Kirche - wahrscheinlich eines romanischen Baues aus dem 13. Jahrhundert - wurden bei der Renovierungsarbeit an der Heizungsanlage 1980 teilweise freigelegt und bestätigen so die mündliche Überlieferung, dass der Neubau im Jahre 1753 ff. gleichsam um die alte Kirche herumgebaut worden ist. Die heutige katholische Pfarrkirche in Remblinghausen, die durch einen Brand Weihnachten 1949 einen Teil ihres Hochaltares verlor, ist in mancher Hinsicht aufschlussreich für die Spätzeit des norddeutschen Barock, seiner Schöpfungen in Westfalen, speziell in dem sogenannten kölnischen Geist. Die Baukunst Westfalens war immer eigenwillig und erfüllt von einem hartnäckigen Geist der Bekehrung. Später als der Süden Deutschlands erwachte Westfalen aus der schweren Betäubung des verheerenden Dreißigjährigen Krieges. Es war ein Erwachen zu einem neuen religiösen Leben, was wir nicht zuletzt an dem Eifer für sakrale Bauten erkennen können. So kann uns denn auch die Bauweise und die Raumform von Remblinghausen nicht überraschen. Die Jahreszahl 1754 am barocken Südportal und 1755 am Turm stehen in einem überraschenden Gegensatz zu dem durchaus gotisch empfundenen äußeren Baukörper der Kirche
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Pfarrer Joh. Heinrich Könighoff (1784 - 1788)
Schon Pfarrer J. H. Könighoff, geb. 1744 in Meschede, musste sich während seiner Amtszeit erneut mit Bauarbeiten befassen. Die Kirche war massiv gebaut und gewölbt. Dieser Bau fing jedoch an zu wanken. Die Seitenwände hatten sich ausgebogen, und im ganzen Gewölbe entstand ein Spalt, dass man durchsehen konnte und dass Kalk und Steine daraus in die Kirche herabfielen. Daher ließ Könighoff das alte Gewölbe abbrechen, von Holz neu errichten und zum Gebrauch herstellen, zur Freude aller Kirchspielsbewohner. Und trotzdem, die Prozesse zwischen Pastor, Gemeindebewohnern, Geldgebern und bischöflicher Behörde gerade über diesen Bauskandal haben sich über Jahre hingezogen bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts.

 

Inneneinrichtung

Die Inneneinrichtung, insbesondere den Hochaltar mit der Dreifaltigkeit und der Krönung Mariens als zentralem Thema und die Seitenaltäre St. Johannes Baptista (Täufer) und St. Joseph als Mittelfiguren, haben die aus Anröchte stammenden Bildhauer Joseph und Peter Stratmann in den Jahren 1767-1769 geschnitzt. Die Altarfiguren in Remblinghausen verraten Meisterhand und Werkstattarbeit nebeneinander. Die Idee des Hochaltars, Himmelfahrt und Krönung Mariens, ist in der Barockmalerei in zahlreichen Darstellungen abgewandelt. In der unteren Altarzone stehen Donatus, Katharina, Jakobus, Ignatius. Die mittlere Zone wird durch Maria ausgefüllt. Die obere Zone wird von der Trinität (Dreifaltigkeit) eingenommen. Die beiden Seitenaltäre sind im ganzen gesehen zwar schwächere Arbeiten; unter diesen Figuren befinden sich aber andererseits Schöpfungen wie die Figur des hl. Johannes Baptista, die kraftvoll und geistvoll zugleich sind..

Nach der rauschenden Fülle des Barock begegnen wir in der Remblinghausener Kirche den beiden kostbaren Figuren der Gotik, dem Schmerzensmann und St. Jakobus, wie Gestalten einer kindlich-frommen, ganz andersgearteten Welt. Während Jakobus mit Pilgerstab, Tasche und Muschelhut, dem Abzeichen derjenigen, die nach Santiago de Compostella pilgerten, noch ins frühe 15. Jahrhundert zu datieren ist, rückt der Schmerzensmann mit seiner anatomischen Prägung (fast lebensgroße Figur mit ausdrucksstarken Gesichtszügen) an die Renaissancezeit heran. Beide Figuren entstammen wohl einer niederrheinischen Werkstatt.

Unter der Aufsicht von Architekt Stiegemann (Warstein) waren schon 1968 umfangreiche und kostspielige Maßnahmen zur Erhaltung der wertvollen Barockausstattung des Gotteshauses nötig geworden, woran sich das Erzbistum Paderborn mit ca. 300.000 DM, der Landeskonservator sich mit 50.000 DM für das Deckengemälde und die Gemeinde sich mit über 100.000 DM beteiligte. Monatelang hatte die Schützenhalle, das Jugendheim und die zwar schöne, aber doch nur wenigen Gläubigen Platz bietende Kapelle auf der Sägemühle als "Notkirche" dienen müssen. Dann war das lecke Schieferdach wieder dicht, eine moderne Ölheizung eingebaut und die Wand- und Deckenmalerei renoviert. Nach Trockenlegung der Mauern und der Abdichtung des kupfernen Turmdaches musste an manchen Stellen fauler Putz ausgebessert werden. Die kostbare gotische Figur des St. Jakobus bekam einen Ehrenplatz und der Schmerzensmann steht deutlicher als zuvor im Blickwinkel des Trost suchenden Beters. Nicht zu übersehen, in einer Mauernische, ist die sicher 300 Jahre alte Darstellung der "Anna selbdritt", die früher in der Kapelle in Frielinghausen gestanden hat.

Im Jahre 1885 hat ein Maler Hoffmann aus Werl die Kirche dekoriert; aber bereits 1913/14 ließ Pfarrer Ruegenberg den Meister Nachbauer aus Bayern einen Entwurf gestalten und ausführen, der dem Geist des Barock nachempfunden war. Zwar ist dieser bis auf den heutigen Tag Grundlage der Ausmalungen geblieben, aber die Zerstörungen der letzten Kriegstage 1945 und ein Brand in der Kirche am Weihnachtstage 1949 machten eine Erneuerung und teilweise Vereinfachung der Malerei nötig. Diese Arbeiten ließ Pastor H. Vetter durch die Firma Anton Friederichs (Meschede) 1950/1951 ausführen, wobei der Landeskonservator besonderen Wert darauf legte, dass die ursprüngliche, aus dem 18. Jahrhundert stammende, Farbfassung der Altäre wiederhergestellt wurde. Die Katharinenfigur von der rechten Seite des Hochaltars war beim Brand zu sehr verkohlt und musste durch eine Kopie ersetzt werden.

 

Renovierung 1980 ...

Die Firma Robert Bergenthal aus Oberschledorn führte die Arbeiten an den blass gewordenen Wand- und Deckenmalereien aus und wieder hatte Dipl.-Ing. Heinrich Stiegemann aus Warstein die Aufsicht übernommen. Monatelang hatte die Schützenhalle, das Jugendheim und die zwar schöne, aber doch nur wenigen Gläubigen Platz bietende Kapelle auf der Sägemühle als "Notkirche" dienen müssen. Dann war das lecke Schieferdach, durch das es bei Regenwetter regelmäßig tröpfelte, wieder dicht, die Elektroinstallation auf den neusten Stand der Technik gebracht, eine moderne Ölheizung eingebaut, da die alte die Gottesdienste zu einer lausig kalten Angelegenheit werden ließ, und die Wand- und Deckenmalerei renoviert.

Orgel
Die wertvolle Orgel wurde 1779/80 von dem Soester Orgelbauer Johann Georg Fromme gebaut und im Prospekt, also im sichtbaren Gehäuse, bis heute original erhalten. Zwanzig Register, verteilt auf zwei Manuale (allerdings ohne Pedal) - dies war für eine kleine Landgemeinde erstaunlich viel. Beinahe 130 Jahre blieb diese Orgel in Remblinghausen unverändert und trug zur musikalischen Gestaltung der Gottesdienste bei, meist gespielt von den Schulmeistern, die damals auch Orgel spielen konnten. Erst 1908 wurde das Instrument weitgehend erneuert. Dem Zeitgeist entsprechend, strebte man nun ein dunkles, in den tiefen Lagen vielfach schattiertes Klangbild an, und der strahlende Barockklang ging verloren. Damals wurde auch das Unterwerk der Orgel nach hinten auf die Empore verlegt, und man entfernte den unteren Teil des Gehäuses. Glücklicherweise blieb der gesamte Prospekt der Orgel mit den meisten seiner Bleipfeifen erhalten. Bei dieser Renovierung bekam die Orgel erstmals ein kleines Pedalwerk. Siebentausend Goldmark kostete dieser Neubau.

Die Kriegsbeschädigungen im zweiten Weltkrieg und der Altarbrand 1949 brachten es mit sich, dass bereits im Jahre 1952 die Laden und der Spieltisch erneuert werden mussten. Die Orgel bekam von der Firma Stockmann in Werl neue pneumatische Laden und einen neuen Spieltisch - die spätromantische Disposition aber und die Aufstellung der Register zum Teil außerhalb des historischen Gehäuses wurde beibehalten. Das barocke Gehäuse der alten Orgel konnte bei den Renovierungsarbeiten 1968 erhalten bleiben

Als im Jahre 1980 die gesamte Kirche wieder renoviert wurde, war auch die Orgel bereits in einem technischen Zustand, der eine Reparatur nicht mehr vertretbar erscheinen ließ. So kam es zu dem Plan, die Orgel in ihrem ursprünglichen Zustand wieder aufzubauen und von Grund auf zu erneuern. Dazu musste zunächst das historische Gehäuse wieder vervollständigt werden. Dabei stellte sich heraus, dass auch die mit Silberbronze überstrichenen, stummen Prospektpfeifen wieder restauriert, und klingend gemacht werden konnten.

So hat die Orgel jetzt wieder ihr ursprüngliches Aussehen. Das Konzept für die Renovierung der Orgel entstand in Zusammenarbeit der Orgelbaufirma Sauer in Ottbergen, dem Orgelbausachverständigen Prof. K. J. Schmitz, Paderborn und dem damaligen Musikschulleiter Ulrich Hengesbach. Es sah vor, dass die beiden Manuale wieder an ihren angestammten Platz im historischen Gehäuse zurückkehren und für das ursprünglich nicht vorhandene Pedal ein neues Gehäuse hinter dem vorhandenen erstellt werden sollte. Als am Pfingstmontag des Jahres 1981 die neue Orgel in Remblinghausen erstmals erklang, da spielten auf zwei Manualen und Pedal nunmehr 30 Register.

Das besondere dieser Orgel aber, das jedem Kirchenbesucher sofort auffällt, ist der unverändert erhaltene, dunkle Eichenprospekt mit den matten Bleipfeifen des Orgelbauers Fromme von 1780, von dem übrigens auch das Gehäuse der Orgel in Eversberg stammt. Man sagt, dass es eigentlich nur dem Barock gelungen sei, Kanzel und Orgel in einen organischen Einklang mit dem Innenraum des Gotteshauses zu bringen.

 

Turm
Dass man mit Bauen Planen und finanzieren nie fertig wird, beweist ein Blick zurück: Ein Blick in die alten Protokolle von 1618 erzählt uns, dass der damalige Pfarrer von Remblinghausen, der würdige und wohlgelehrte Pastor Petrus Hoffius, bei dem kurfürstlichen Richter zu Werl zu verstehen gab, dass der Kirchturm an Dach, Mauern und Holzwerk "sehr mangelhaft und baufällig" sei. Er bat nun um Erlaubnis, das alte Blei vom Dach des Turmes abnehmen und verkaufen zu dürfen, um aus dem Erlös ein neues Schieferdach zu beschaffen und die Bauschäden zu beseitigen. Die Maßnahme wurde genehmigt, jedoch nicht, ohne den Pfarrkindern eine Kontribution aufzuerlegen. Das Blei wurde für 100 Rthl. verkauft.
Im Jahre 2003 machte sich Architekt Rolf Hennecke im Auftrag des Erzbistums Paderborn ein Bild vom Sanierungsbedarf des Turmes. Die gute Nachricht: Der hölzerne Dachstuhl am 42 m hohen Turm schien in Ordnung. 30 Jahre zuvor (1973) war das Dach zuletzt saniert worden. Dort musste lediglich die Spitze erneuert werden. 1967 hatte Pastor Albert Hemeyer einen Wetterhahn (1,04 m) bei der Firma Einhäuser in Auftrag gegeben. An dessen Fuß ist der Name "Karl-Gerd-Einhäuser" eingraviert. Der Hahn fand seinen Platz auf dem sehr viel älteren Eisenkreuz (5,90 m) hoch auf dem Remblinghausener Kirchturm. Allerdings - im Oktober des Jahres 2002 hatte ein Herbststurm seinen Platz auf dem Eisenkreuz lockergerüttelt, das sich gefährlich neigte. Deshalb musste im Herbst 2002 der Kirchplatz für einige Tage gesperrt werden. Wie sich herausstellte, waren die Eisenanker, die die Spitze halten sollten, mit 60 cm viel zu kurz. Außerdem fehlten diverse Nägel.
Nicht nur der Zustand, auch die Größe des Kreuzes überraschte die Beteiligten. Andreas Galle vom örtlichen Maschinenbaubetrieb "Hanses" und Ludger Büngener vom Dachdeckerunternehmen "Büngener und Schulte" gingen mit einem Kran in die Luft und lösten das Kreuz heraus - Stück für Stück. Der Hahn war in einem vergleichsweise guten Zustand. Im Gegensatz dazu war das filigrane Kreuz völlig marode. Es trug Blätter und Spitzen als Verzierung, allerdings waren diese verknickt oder fehlten sogar ganz. Auf dem unteren, sichtbaren Teil des Kreuzes, ist eine Kugel mit einem Durchmesser von 65 cm angebracht.  Noch wüster jedoch sah die Verankerung aus. Einige Streben waren völlig verrostet.

Glocken
Udo Schnöde ging der Frage nach, seit wann es eine Kirchenglocke in Remblinghausen gab. Dabei fand er heraus, dass die Jakobusglocke vermutlich eine der ältesten Glocken im Sauerland ist. Einem alten Bericht aus dem 18. Jahrhundert über die westfälische Glockenkunde entnahm er, dass im Jahre 1444 ein Johannes von Düren eine Glocke für Remblinghausen gegossen hat. Deshalb, so sein Fazit, könne unterstellt werden, dass sowohl die Urkirche als auch die 1754 errichtete Kirche über eine Glocke verfügte. Zwei der drei Glocken wurden allerdings im ersten und zweiten Weltkrieg heruntergenommen und für Kriegsmittel eingeschmolzen. 1950 erhielt die Gemeinde Remblinghausen zwei neue Glocken: Die "Salve Regina", 298 kg schwer, und die Glocke "St. Michael", 449 kg schwer. Die dritte und größte, die sogenannte "Jakobusglocke", wiegt 810 kg - so die Angaben der Glocken- und Kunstgießerei "Petit und Gebrüder Edelbrock".

Weitere Informationen gibt auch die Homepage der Pfarrgemeinde.