die "14-Nothelfer-Kapelle" auf der Sägemühle ...


Die Remblinghauser dürfen sich glücklich preisen, eine "14 - Nothelfer-Kapelle" zu besitzen. Bei so geballter Hilfe sollte in dem kleinen Ort eigentlich nichts schief gehen können.

Die Kapelle befindet sich 5 km südöstlich von Meschede, am Ortsausgang von Remblinghausen in Richtung Westernbödefeld. Es handelt sich dabei um einen Renaissancebau aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist wesentlich älter als die Pfarrkirche in Remblinghausen.

Es ist wohl kein Zufall, dass die Kapelle ausgerechnet den 14 Nothelfern geweiht ist. Der Volksmund sagt: "Not lehrt beten" - In einem Lied zu den Heiligen heißt es: "Helft uns in diesem Erdental, dass wir durch Gottes Gnad und Wahl, zum Himmel kommen allzumal". Zum Inventar dieser Kapelle gehören neben den 14 Nothelfern noch vier weitere Figuren. Alle fanden in und außerhalb der Gemeinde einen Paten, der die Kosten der Restaurierung übernahm. Ein Zeichen dafür, dass die Remblinghäuser die Nothelfer ins Herz geschlossen haben. Neben Barbara zählen noch die hl. Margareta und Katharina zu den Nothelfern. Die anderen sind die Heiligen: Georg, Achatius, Pantaleon, Ägidius, Vitus, Blasius, Dionysius, Cyriakus, Christopherus, Eustachius, Erasmus. Sie sind alle Märtyrer der frühen christlichen Zeit.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde bis zum Bau der Umgehungsstraße die Kapelle von der Gemeinde nicht besonders angenommen, da direkt vor der Tür pausenlos Lastwagenverkehr rollte. Parallel zur Verlegung der Straße konnte die Kirchengemeinde mit Unterstützung des Regierungspräsidenten und des Generalvikariats die Renovierung der Kapelle in Angriff nehmen.

Im Zuge dieser Restaurierung (1981-1983) wurde das Baujahr / Alter anhand holzkundlicher Untersuchungen vom Landesmuseum in Trier eindeutig bestimmt: Baujahr war das Jahr 1713. 1712 ist das Eichenholz der Balkendecke gefällt und im gleichen Jahr verzimmert worden, so dass die 14 Nothelferkapelle sicher im Jahr 1713 fertig geworden ist. Damals war Hermann Nagel, gebürtig aus Nierentrop, Pastor in Remblinghausen. Sein Nachfolger, Johann Hermann Wiese aus Wormbach (1719 - 1739), hat die Bilder der 14 Nothelfer 1722/23 für die Kapelle schnitzen lassen, wie aus einer Rechnung vom 27. Januar 1723 zu belegen ist. Auch die Glocke, St. Luzia geweiht, hat dieser Pastor 1733 für den barocken Helm der Kapelle durch den Glockengießer Johannes Fuchs herstellen lassen. 1921 musste sie wegen starker Risse gegen eine neue, die die Inschrift "Ave Maria" trägt, ausgetauscht werden.

Nach der vollständigen Restaurierung konnte die Kapelle auf der Sägemühle im Jahr 1983 wieder eine Stätte der Andacht und des Gebetes werden, wie sie es jahrhundertelang gewesen war. Besonders ältere Leute erinnern sich, dass früher viel in dieser Kapelle gebetet wurde.