Olpe


Der Name des Ortes

Der kleine Ort Olpe ist bereits im frühen 13. Jahrhundert erwähnt und hat eine lange Geschichte mit häufig wechselnden Besitzverhältnissen.

Das Alter und die ursprüngliche Schreibweise der Ortschaft Olpe im früheren Kreis Meschede sind nicht bekannt. Anzunehmen ist, dass der Name so lautet, wie der der späteren Stadt Olpe (Kreis Olpe) nämlich zunächst Olpe (1280), aber auch Olepe (1311). Mit dieser Bezeichnung gibt es mehrere Orte. Er lässt sich ableiten aus aul / ohl = Wiesengrund und affa (später appa) verkürzt pe = Wasserlauf, also sumpfiger Wiesenbach.

Johann von Berswordt gibt in seinem Werk „Westfälisches adliges Stammbuch“ an, dass eine westfälische adelige Familie von Olpe existiert und ein Lambert von Olpe im Jahre 1231 gelebt habe. Das Besitztum in Olpe sei von der Familie von Olpe an die Familie von Schade übergegangen, die als Besitzer der Burg Grevenstein und Wallenstein schon früh erwähnt worden ist.

Über das Rittergeschlecht der von Olpe erfährt man nur wenig. Im Jahre 1394 vermittelte ein Heinrich von Olpe, Propst des Stiftes zu Meschede, in dem Streit des Klosters Wedinghausen mit der Stadt Arnsberg. Ein Hermann von Olpe war 1441 Bürgermeister der Stadt Arnsberg. Im Jahre 1484 wird ein Peter von Olpe in Arnsberg erwähnt. Im Jahre 1495 war ein Hermann von Olpe Richter zu Arnsberg. Seitdem hört man nichts mehr von der Familie von Olpe, was seine Erklärung darin findet, dass um 1500 die männliche Linie der Familie ausgestorben ist.

16. Jahrhundert

Das Gut Olpe war 1561 im Besitz der Familie von Fischbach. 1566 wird Hermann von Fischbach als Besitzer des adeligen Gutes zu Olpe aufgeführt. Im Jahre 1570 gehört das Gut der Familie Riedesel. Die Ww. Katharina Riedesel, die 1572 dem Diederich von Plettenberg auf Gut Niederberge den Zehnten zu Oberberge verkaufte, heiratete den Rudger Schade von Gut Bockum. Dieser war jedoch nicht lange Besitzer des Gutes. Er hatte einen Bruder Tönnes zu Wildshausen wegen Erbstreitigkeiten ermordet und musste flüchten.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts kauft Godert Schenkenber zu Werne das Gut Olpe. 17. Jahrhundert Die Erbtochter des Godert Schenkenber mit Namen Agnes heiratete Johann von der Mark, Erbdrosten zu Schwerte. Ihr Sohn starb kinderlos. Durch Erbschaft oder Kauf kam das Gut gegen 1640 an einen von Lüdinghausen.

Im Jahre 1644 kam der Oberst von Loen, Burgmann zu Menden, durch Tausch in den Besitz des Gutes. Er hatte u.a. zwei Söhne. Johann Albertus von Loen heiratete am 19.11.1645 Antoinette, Gertrud Schulte aus Olpe und sein Bruder Antonius Colonette am 24.6.1646 Elisabeth Peters aus Olpe . Der Sohn Johann Albertus verkaufte zu Anfang des Jahres 1671 das Haus und Hof an den Kurfürsten Maximilian Heinrich für 4.500 Taler. Er, der Kurfürst, nahm am 15. Mai 1674 durch einen Notar Besitz von dem Gute.

In der Verkaufsurkunde werden namentlich aufgeführt:

  • Das adelige Gut Olpe, bestehend aus Haus, Hof, Stall, Viehhaus, nebst Hopfen und anderen Gärten,
  • 28 Malterscheid Land, Hauptwiese zu 23 Fuder,
  • die Ebbelwiese zu acht Fuder und
  • die Wiese am Bach zu einem Fuder Heuwuchs,
  • ferner eine Weide, worauf 36 Kühe getrieben werden können, mit zuhöriger Gerechtigkeit,
  • Fischerei, Schaftrift, Mast, Gras und Hude.
  • Ferner die zum Gut gehörigen Pertinenzien:
    1. Der, von dem von Wrede zu Reigern dem von Loen verschriebenen Zehnten und davon jährlich abfallender Roggen, Gerste und Hafer, Hühner, Hanf, Zehnlämmer und Ferkel.
    2. Der von dem Kapitel zu Meschede mit Zustimmung des Propstes und des Kapitels erworbenen Wulwes Kotten mit jährlichem Aufkommen.
    3. Vogtmannshof zu Herblinghausen mit Gewinn, Renten und Zubehör.
    4. Die von dem von Papen zu Bockum und von verschiedenen anderen in der Freiheit Freienohl gekauften Wiesen, Weiden und Ländereien, in den Erlen genannt.
    5. Die beiden Höfe in Olpe, Schemmen und Köllers Hof, die früher Lehen der Propstei zu Meschede gewesen waren, jedoch durch den Obersten von Loen vor dem Richter von Stockhausen zu Calle 1633 erblich und als Allodialgut angekauft worden waren.

Hinsichtlich der Bezahlung wurde vereinbart, dass zu Ostern 1671 Eintausendsiebenhundert Taler in bar entrichtet werden sollten, während die übrige Summe mit 5 % zu verzinsen war. Der Betrag von 1.700 Talern sollte einmal dem von den Juden zu entrichtenden Zoll entnommen werden. Sodann sollte die Stadt Arnsberg einen Betrag in Höhe von 200 Talern aufbringen, und zwar als Begünstigung dafür, dass sie keinen Juden aufzubringen brauchten. Der Restbetrag sollte im Jahre 1681 aus den von den Landständen bewilligten Subsidiengeldern bezahlt werden. Zweifellos wäre es damals noch nicht zur Auszahlung gekommen, wenn nicht von Loen wegen der Abfindung seiner Schwester auf Auszahlung gedrängt hätte, und wenn nicht der Streit zwischen von Stockhausen und dem Stift Meschede sowie dem Kurfürsten über die Lehnsrechte an den Höfen Schemme und Köller beigelegt worden wäre.

Der Köllerhof war schon um die Mitte des 17. Jahrhunderts wüst. Seine Grundstücke waren dem Gut Olpe einverleibt worden. Deshalb hatte sich der Besitzer von Loen geweigert, die auf den Bauernhöfen lastenden Hafer- und Hudegelder zu zahlen, wurde aber durch eine entsprechende Anordnung des Kurfürsten an den Oberjägermeister von Weichs dazu gezwungen.

Der Kurfürst hatte einen Wiesenvogt eingesetzt. Es wurde ihm ein Teil der Grundstücke zur Bewirtschaftung zugewiesen. Er hatte im Gutshaus seine Wohnung und mußte für die Unterhaltung der Gebäude sorgen. Die übrigen Grundstücke wurden verpachtet. Das Gutshaus war in einem sehr schlechten Zustand. Der spätere Wiesenvogt, Wilhelm Berghoff, hatte im Jahre 1718 bei seinem Dienstantritt den wüsten Hof eingezäunt, eine neue Scheune, Backhaus und Stallung gebaut und den Garten eingezäunt.

18. Jahrhundert

Im Jahre 1737 berichtete er, das Haus Olpe sei ganz verfallen, und niemand könne ohne Lebensgefahr darin wohnen. Im Jahre 1746 wurde eine neue Verpachtung der Ländereien des Gutes angesetzt, mit Ausnahmen der Wiesen und Weiden, die weiter verpachtet blieben. Dabei wurde auch der Verkauf des Hauses angeordnet und die Stelle des Wiesenvogts als überflüssig eingezogen. Auf das Wohnhaus erfolgte kein Gebot. Dagegen wurden die Ländereien auf 12 Jahre für eine Pachtsumme von 30 Talern jährlich verpachtet. Das Haus wurde dann später auf Abbruch verkauft. 1789 war es nicht mehr vorhanden.

In diesem Jahr 1789 nahm der Landvermesser Gipperich eine Vermessung vor. Danach umfasste das Gut 135 Morgen, 77 Ruten und 8 Fuß an Gärten und Ländereien, sowie 145 Morgen, 54 Ruten und 8 Fuß an Weiden und Wiesen. Auf dem Hofbezirk, wo die Gebäude des früheren Besitzers Köller gestanden hatten, hatte ein Schmale und ein Wiesehöfer gegen eine jährliche Abgabe von 2 Gulden und Handdienstleistungen mit gutsherrlicher Erlaubnis ein Haus gebaut. Schon im Jahre 1787 hatte jeder der beiden ein Grundstück von 30 Ruten zur Anlage eines Gartens gegen eine jährliche Abgabe von 30 Petermännchen zugeteilt bekommen. Weiter erwarben Schmidt, Hütter und Hahnen einen Platz auf dem Grundstück des Gutes Olpe zwecks Bau eines Wohnhauses.

19. Jahrhundert

Durch den Reichsdeputationshauptschluss zu Regensburg (1803) kam das Sauerland und mithin auch das Gebiet Olpe an das Großherzogtum Hessen. Die Großherzogliche Hessische Hofkammer nahm eine Parzellierung des Gutes Olpe vor, weil bei ihr mehrere Meldungen zur erbzinsweisen Erwerbung zwecks Ansiedlung eingegangen waren. Das war im Jahre 1811.

Dadurch wuchs die Ortschaft, die bisher aus vier Höfen (Wiesen, Schulte-Hülmann, Peters und Schemme) und sechs Kotten (Wulfes, Hütter, Schmidt, Hanen, Schmalen und Wiesehöfer) bestand.

Nach einer Aufstellung im Jahre 1841 hatte die Ortschaft Olpe 23 Wohnhäuser.

Von dem alten Rittergut Olpe ist heute keine Spur mehr vorhanden. Nur die Geschichtsquellen geben darüber Aufschluss, dass der kleine Ort Olpe seine Vergangenheit hat.