Die Orgel in der Pfarrkirche St. Nikolaus
Die Orgel
Pfarrer Pöttgen sorgte dafür, dass die Kirche ihre erste Orgel bekam. Sie wurde vom Benediktinerinnenkloster Odacker bei Hirschberg gekauft. Dies gehörte zum seelsorglichen Bereich der Abtei Grafschaft. Hier war die Orgel 1633 gebaut worden. Sie wurde dann 1740 nach Odacker verkauft und kam dann von dort nach Freienohl. Die Orgel war aber in einem so schlechten Zustand, dass sie schon 1779 in 30-tägiger Arbeit repariert werden musste.
- 1801 ließ Pfarrer Erlmann durch den Orgelbauer Georg Fromme in Soest für 450 Rthlr eine neue Orgel bauen. Die einmanualige Orgel hatte 10 Register auf Schleifladen.
- 1836 Pfarrer Johann Nikolaus Hense bittet mit dem Kirchenvorstand und der Unterschrift von Schultheiß Feldmann das Generalvikariat in Paderborn um einen finanziellen Zuschuss für die dringliche Orgelreparatur durch den Orgelbauer Bernhard Ahmer. Dessen Rechnung belief sich auf 41 Reichstaler und 8 Silbergroschen.
- 1883 sollte der Orgelbauer Adam Fischer von Hirschberg die Orgel stimmen. Er gab über ihren Zustand ein vernichtendes Urteil ab, da das vorhandene Werk nicht allein alt, verstaubt und mangelhaft konstruiert, sondern auch im höchsten Maße defekt und unbrauchbar geworden sei. Er unterbreitete ein Angebot über eine mögliche Restaurierung und Erweiterung auf 20 Register, starb aber plötzlich, ohne die Arbeit noch ausgeführt zu haben.
- 1885 Gleichzeitig mit dem Plan, die St. Nikolaus-Kirche zu erweitern, ließ Pfarrer Julius Falter vom Orgelbaumeister R. A. Randebrock in Paderborn eine neue Orgel planen und einen Kostenvoranschlag erstellen.
- 1887.wurde vom Orgelbaumeister Randebrock eine neue Orgel mit 14 Registern geliefert und aufgestellt. Das Gehäuse der bisherigen Orgel blieb erhalten und wurde verbreitert. Der noch gut erhaltene Balg wurde mit einem Regulator versehen. Der Preis betrug 3.612 RM. Die Orgel war jetzt 2-manualig mit freiem Pedal. Spieltisch, Pfeifenwerk, Windladen und Traktur waren neu.
- 1929 baute die Orgelfirma Stockmann aus Werl einen elektrischen Winderzeuger ein.
- 1936 bereits trug man sich wieder mit Orgelbaugedanken. Die Firma Anton Feith, Paderborn, wurde aufgefordert, einen Entwurf und einen Kostanschlag zu erstellen. Nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges gab die Firma Feith den 1939 erteilten Auftrag wegen Material- und Facharbeitermangel zurück.
Erst 1949, unter sehr schlechten Nachkriegsbedingungen, kaum es auf Betreiben von Pfarrer Gerwinn zum längst geplanten Orgelneubau. Gleichzeitig wurde auch die Orgelbühne erneuert und vergrößert. Die Firma Feith in Paderborn baute eine neue Kegelladen-Orgel mit elektrisch-pneumatischer Traktur. Der Prospektunterbau wurde aus massivem Eichenholz gefertigt. Die Orgel selbst hatte kein geschlossenes Gehäuse. Sie war 2-manualig mit freiem Pedal und hatte 24 Register. Nach der Kirchenrenovierung 1975 musste die Orgel repariert werden und bekam ein neues Register. In der Folgezeit bedurfte es immer größerer Anstrengungen, die Orgel spielbar zu halten. Durch ein Gutachten vom 18.12.1992 von Prof. Karl J. Schmitz, Paderborn, kam dann das „Aus“ für die Feith-Orgel.
In der Kirchenvorstandssitzung vom 9.2.1993 wurde der Entschluss zu einem Orgel-Neubau gefasst. Den Auftrag für den Orgelneubau unter Verwendung alter Teile erhielt der Orgelbaumeister Friedrich Fleiter, Münster-Nienberge.
Die Orgel wurde nach fast einjähriger Bauzeit fertiggestellt. Das neue Instrument mit 27 Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedal, wurde nach den neuesten Erkenntnissen gefertigt. Die 27 Register mit ihren 1722 Pfeifen stehen auf Schleifladen. Die Verbindung von der Taste zu den Windladen ist mechanisch über Hängetrakturen angelegt.
Die Einschaltung der Register erfolgt elektrisch. Die neuen Metallpfeifen wurden ausschließlich aus gegossenen und gehobelten Zinnplatten der unterschiedlichsten Legierungen, die Holzpfeifen aus besonders ausgesuchten Hölzern hergestellt. Das neu erstellte Orgelgehäuse mit seinen Gesimsen und Schnitzereien nahm gestalterische Elemente der Vorgängerorgel und des Raumes in ihrem äußeren Erscheinungsbild auf. Es wurde aus Eichenholz gefertigt.
