Geschichte Pfarrkirche St. Johannes Evangelist


Pfarrkirche S. Johannes Evangelist

Zusammengestellt von Joser Haarhoff 16.8.1990


1242
verleiht Graf Gottfried III. von Arnsberg Eversberg die Stadtrechte. Die Stadtkirche "St. Joannis evangeliste", im romanisch-gotischen Übergangsstil erbaut, mit starkem Wehrturm und spitzer Haube (40 m hoch), steht unter dem Patronat der Arnsberger Grafen.
1247

erteilt Erzbischof Konrad von Köln der Kirche das Tauf- und Begräbnisrecht und erhebt sie damit zur Pfarrkirche.

1255 wird Gernandus, plebanus de Eversberge, urkundlich erwähnt, 1256 ein Bemhard, Pastor in Eversberg, als Eversberg, Zeuge angeführt.
1324 überträgt der Rat der Stadt Eversberg dem Priester Walter ein Grundstück am Hülsenberg, um mit dem Ertrag die Ausmalung und Beleuchtung der Kirche bezahlen zu können.
1368 verkauft Graf Gottfried der IV. mit der Grafschaft Arnsberg auch das Patronatsrecht für die Pfarrkirche Eversberg an das Erzstift in Köln.
1451 ein neuer Seitenaltar "Unser lieben Frau" wird gestiftet.
1577

datiert die älteste erhaltene Stadtansicht mit der Kirche, gezeichnet von Joist Moers.

1595 Die Pfarrkirche muss Kultgeräte und Gewänder zur Bezahlung von Schulden des Kölner Erzbischofs nach Werl abliefern.
1635

am 15. März wird die Kirche durch hessisches Kriegsvolk geplündert und beschädigt.

1627 wird bereits ein Nikolausaltar erwähnt.
1712 der Kirchturm erhält seine heutige dreigeschossige barocke Turmhaube, gebaut durch den Meister Konrad Hesse aus Hallenberg. Der alte Dachstuhl war faul.
1720 erhält die Kirche einen neuen barocken Hochaltar, der 1732-35 illuminiert wurde. Gefertigt von der Schnitzerschule der Benediktinermönche des Klosters in Grafschaft. Altarbilder vom Abt des Klosters Weddinghausen, Nikolaus Hengesbach, seiner Heimatgemeinde gestiftet.
1766

eine Glocke (Durchmesser 93 cm) von Rotger Greve aus Meschede umgegossen.

1775

erhält die Kirche den heutigen Marienaltar, eingerichtet als Predigtaltar, den Nikolausaltar und die beiden Beichtstühle, gefertigt von Bildhauer Leonard Falter, dem Minoritenbruder Liborius aus Werl und dem Schreinermeister Beilecke. (Rokokostil)

1777 eine Glocke (Durchmesser 95 cm) in Grevenstein gegossen (Agathaglocke).
1783

neue Kirchenstände werden von Schreinermeister Theodor Sasse mit drei Gesellen geschaffen und vom Rat der Stadt an die ansässigen Familien verkauft.

1814
das Patronatsrecht für die Pfarrkirche wird von der Großherzoglich-Hessischen und später von der Preußischen Regierung beansprucht.
1821 mit dem 16. Juli 1821 ist das Bistum Paderborn zuständig.
1860

wird das Kirchendach mit Schieferplatten aus Nuttlar belegt.

1873 brennt die Kirchturmspitze nach einem Blitzeinschlag. Schieferdecker Ferdinand Velmecke löscht das Feuer. Er wird von der Stadt mit einem Hausplatz auf der Weststraße belohnt.
1874 die alte, niedrigeSakristei, gleichzeitig Rüstkammer (Gerkammer) der Stadt, wird abgebrochen und eine neue an gleicher Stelle errichtet, ausgeführt von Wilhelm Kotthoff, gt. Middeln, aus Wehrstapel.
1880
lässt Pastor Nolte die Kirche dekorieren (ausmalen) und schaffte die Kreuzwegstationen (Bilder in Eichenrahmen) an.
1881 findet die letzte Beerdigung eines Gemeindemitgliedes auf dem Kirchhof statt (Jüngling Karl Kotthoff-Hanvolpers, Weststraße).
1891

neuer Steinfußboden in den Gängen des Kirchenschiffes (Pastor Nolte).

1895

großes Bildfenster im Chorraum (HI. Familie), gestiftet von Adelgunde Pieper- Voors, geschaffen von der Glasmalerei Viktor von der Forst aus Münster, wird eingebaut.

1896

erhält die Kirche (ohne Turm) zum Schutz des Mauerwerks einen Außenputz.

1903
lässt Pastor Hoberg einen Teil des Chores tiefer legen. Dabei werden einige Gräber früherer Pastöre gefunden. Ihre eisemen Grabplatten werden als altes Eisen an die Firma Busch in Wehrstapel gegeben und dort verschrottet. Der alte Taufstein aus dem Turm wird entfernt. Pastor Hoberg lässt bei Schneider in Eslohe eine neue Kanzel (neugotisch) fertigen und am linken Chorpfeiler aufstellen.
1908/10 Unter Pastor Dr. Funke wird die Kirche innen gründlich umgestaltet. Die vier starken Pfeiler des Kirchenschiffes werden erheblich verjüngt, elektrisches Licht wird in die Kirche gelegt, eine Heizung eingebaut, die Innenwände des Kirchenschiffes werden gerade geputzt, neue Kirchenbänke (gestiftet von Pastor Pieper aus Voors) angeschafft, der Fußboden darunter in Eichenbohlen erneuert; 6 Fenster des Kirchenschiffes und zwei im Chor erhalten eine neue Bleiverglasung. Die Kirche wird neu ausgemalt.
1912/14 Hochaltar und Seitentaläre werden restauriert und neu gemalt, das obere Altarbild ebenfalls (Bildhauer Mormann aus Wiedenbrück und Kunstmaler Repke, ebenfalls aus Wiedenbrück).
1917 müssen die Agathaglocke und die Johannesglocke für Kriegsmaterial abgeliefert werden.
1919 am 22. Dezember werden drei neue Glocken, gegossen in der Firma Junker in Brilon, aufgehängt (Pastor Habighorst).
1928 wird die Ostseite des Kirchturmes neu verschiefert durch die Dachdeckermeister Christian Bierbaum und Johannes Niemeier (Pastor Mönig).
1933 wird die Nordseite des Kirchendaches neu verschiefert.
1934/35 Renovierung und Restaurierung der Kirche (Pastor Mönig). Der Kirchenmaler Fred Eckersdorf führt die Arbeiten aus. In der Woche vor Ostern entdeckte er alte Deckenmalereien im Chorgewölbe (es handelte sich um die ursprüngliche Ausmalung aus dem 13. und 14. Jahrhundert), ebenso im Kirchenschiff.
Altäre und Heiligenfiguren werden neu bemalt und zuvor präpariert. Die Kanzel von 1903 wird abgebaut und verkauft, die Seitenaltäre werden zur Mitte gerückt und der Marienaltar wieder als Predigtaltar hergerichtet und benutzt, der Taufstein, bisher links unter der Orgelbühne, erhält seinen neuen Platz in der linken Seitennische.
1956/59 erfolgt unter Pastor Fischer eine Restaurierung der Kirche. Neufassung Figuren durch die Kunstmaler Stempfle und Kronawitter aus München begonnen, durch dic Kirchenmaler der Fa. Ochsenfahrt aus Paderborn zu Ende geführt. Taufstein, Chorvertäfelung und neue Kommunionbank gefertigt von Josef Bonsch. Trockenlegung und Aussenputz des Turmes, neue Kreuzwegstationen (Barockplastiken) werden in der Kirche aufgehängt. Der Kirchhof wird würdig umgestaltet.
1964 wird die Heizung erweitert, ein neuer gelb-grauer Marmor anstelle der rotbraunen Sandsteinplatten auf dem Fußboden verlegt (Pastor Ottersbach).
1969 wird ein Altar "versus populum", gefertigt aus dem Mittelstück der Kommunionbank des Josef Bonsch, aufgestellt (Fritz Bonsch und Heinrich Kotthoff-Schulmeisters) (Pastor Luhmann).
1971 wird ein" Ambo", gefertigt von H. Kotthoff-Heuers und P. Vosswinkel, augestellt, die beiden Altäre werden etwas zur Seite gerückt, der Marienaltar nicht mehr als Predigtaltar benutzt (Pastor Luhmann)
1976/77 Renovierung des Kirchturmes. Statische Sicherung des Mauerwerks und der Turmhaube durch Stahlkorsett und Eisenbänder. Neueindeckung des Kirchturmhelmes mit Moselschiefer durch die Dachdeckmeister Bierbaum und Niemeier. Neuer Außenanstrich derganzen Kirche (Pastor Rustemeyer).
1981 wird die Kirche unter Denkmalschutz gestellt.
1986/88 Abriss der alten und Neubau der jetzigen Sakristei, Neubau und Erweiterung (Kirchenheizung. Dabei werden ein Grab rechts vor dem Hochaltar und weitere Gräber vor dem rechten Seitenaltar entdeckt.
Gesamtrenovierung der Kirche. Teilweise Erneuerung des Dachstuhls und des Kirchendaches, völlige Neueindeckung mit Schiefer (Schwalefelder), 52 cbm Schutt vom Kirchengewölbe entfernt.
Entfernung nachträglich aufgebrachten und entstellenden Putzes im Kircheschiff, neuer Putz angebracht, Fußbodenbelag aus englischem hartem Schiefer, Neuanstrich und Ausmalung bzw. Restaurierung des gesamten Kircheninnenraumes, Neuausmalung der gesamten Kircheneinrichtung durch die Fa. Ochsenfahrt. Restaurierung der Kirchenfenster durch die Fa. Peters aus Paderborn. Neu: Pendel- bzw. Schwenktüren aus Glas als Windfang vor beiden Hauptausgängen. Erneuerung des Fußbodens auf der Bühne. Der 1935 unter Pastor Mönig errichtete schlichte Altar in der rechten Seitennische wird zum Reliquienaltar umgestaltet und dem Barockstil der übrigen Kircheneinrichtung angepasst. In diesem Altar steht der 1988 erworbene alte Renaissance-Reliquienschrein aus Eichenholz (französische Arbeit). Die Reliquien der Kirchengemeinde werden seitdem darin aufbewahrt (Pastor Rustemeyer).
1990 wird die Orgel erneuert (siehe Geschichte der Orgel, deren Infos Sie unterhalb dieses Artikels aufrufen können)
Orgel, Foto

Geschichte der Orgel

in der Pfarrkirche St. Johannes Ev.