Berge und Visbeck
Berge ist ein typisches Straßendorf und zieht sich fast drei Kilometer in nord-südlicher Richtung an der Wenne, einem Nebenfluß der Ruhr, entlang.
Die Höhenlage des Ortes erstreckt sich von 240 m NN im Tal bis auf 575 m auf dem Braberg.
Lange Zeit existierten die heutigen Ortsteile Oberberge, Mittelberge und Niederberge als selbstständige Orte nebeneinander. Am südlichen Rand des Ortes, wo die Wenne ihr größtes Gefälle hat, wurde um das Jahr 1800 der Berger Eisenhammer betrieben und die naturgegebene Wasserkraft genutzt. Das Hammerwerk blieb bis 1862 in Betrieb. Wiederholt wurde die Produktion umgestellt, z.B. auf Papier, Nägel, Klaviersaiten oder zur Herstellung von Nieten (durch die Fa. Knipping) .Auch wechselten die Besitzer. Im Jahre 1913 übernahm Adolf vom Braucke den Berger Eisenhammer und baute ihn zu einer Drahtzieherei um. Etliche neue Wohnhäuser für die Arbeiter ließen vor dem ersten Weltkrieg den neuen Ortsteil - den Bergerhammer - entstehen. Ebenfalls um 1800 wurde westlich von Mittelberge eine Eisenhütte betrieben von dem Besitzer des Eisenhammers. Im Bereich dieser Eisenhütte hat sich der fünfte Ortsteil Bergerhütte entwickelt.
Den Namen Berge verdankt der Ort dem bis zum 14.Jahrhundert hier ansässigen Geschlecht derer „ von Berge". Im Lehnsverzeichnis des Arnsberger Grafen Wilhelm aus dem Jahre 1313 heißt es, dass die Gebrüder Heinrich und Bolemann de Berge im Tale des Wenneflußes mit drei Höfen beliehen wurden, davon zwei Höfe in Oberberge und ein Hof zu Berge.
Enge Beziehungen bestehen zu dem nur knapp einem Kilometer entfernten Ort Visbeck mit 300 Einwohnern. Visbeck war bis zur kommunalen Neugliederung des Landes NW eine selbständige Gemeinde des Landkreises Arnsberg, wurde 1975 aber der Stadt Meschede eingegliedert.
Das Berger Vereinswesen ist stark ausgeprägt. Zur Zeit gibt es in Berge/Visbeck 14 Vereine, und die hohen Mitgliederzahlen verraten, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger in mehreren Vereinen aktiv beteiligen.
Die gewerbliche Wirtschaft bietet in Berge zahlreiche Arbeitsplätze. Allein im Gewerbegebiet sind ca. 150 Personen beschäftigt. Hinzu kommen zwei Steinbrüche, ein Haushaltselektrogerätewerk sowie zahlreiche gewerbliche Familienbetriebe.
Die Landwirtschaft in Berge dient im wesentlichen der Milchproduktion. Zwölf landwirtschaftliche Betriebe werden noch gezählt, davon drei im Haupterwerb.
Natürlich bietet Berge auch manch Sehenswertes. Zu nennen sind die Luzia-Kapelle in Oberberge, unter den Heiligenhäuschen besonders das zum geduldigen Job, das ehemalige Gut Berge, die Burgruine Wallenstein, das wunderschöne Fachwerkhaus Berghoff sowie die neue Kirche. Sehr schön ist auch der am 30.4. 2003 eingeweihte neue Dorfplatz.
Auf Initiative des Verkehrsvereins wurden wunderbare Oasen der Ruhe und Erholung geschaffen. Da ist die Quelle „ Bad Nauheim“ mit einem Tret- und Armbecken sowie Schutzhütte , von wo sich zahlreiche Menschen Wasser zum Trinken oder für ihren Kaffee holen. Der Windfeldpark ist genauso ausgerüstet und lädt zum Verweilen ein.
Der Jüppchenpark ist ebenfalls mit Arm- und Tretbecken sowie Schutzhütte ausgestattet. Die Jüppchenquelle diente früher im Sommer mit ihrem immerkühlen Wasser zu Kühlzwecken z.B. beim Buttern. Jetzt wird in jedem Jahr auf Christi Himmelfahrt (Vatertag) in diesem Park ein großes Fest gefeiert. Erholsam und naturbelassen sind manche Passagen entlang der Wenne.
Ausführliche Informationen zu den Sehenswürdigkeiten finden Sie auf den unten genannten Seiten.
Visbeck
Der westlichste Ortsteil der Stadt Meschede ist Visbeck.
Die schriftliche Überlieferung Visbecks beginnt mit dem Namen des Ritters Conrad von Visbeck, der 1242 auf seine Ansprüche an die von ihm verkauften Güter in Nuttlar verzichtet. In der Folgezeit tritt Conrad von Visbeck wiederholt als Zeuge für die Äbtissin Jutta vom Stift in Meschede, aber auch für Graf Gottfried III. von Arnsberg auf. Die Lehnsregister der Arnsberger Grafen zeigen den wachsenden Reichtum der von Visbeck.
Die sichtbarste Erinnerung des heutigen Visbeck an seine ritterliche Vergangenheit ist das Wappen, das auf das Siegel derer zu Visbeck zurückgeht.
Visbeck hat sich durch die Jahrhunderte hindurch bis zum Ende des zweiten Weltkrieges nur wenig verändert.
Von dem Versuch, die reine Agrarwirtschaft zu durchbrechen, zeugen noch heute deutlich erkennbare Eingänge zu den Kupferstollen.

